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Studienfinanzierung

Studienfinanzierung

Die nachfolgenden Hinweise zu Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums liefern eine erste grobe Übersicht. Detailliertere Informationen zu allen hier angesprochenen Punkten und darüber hinaus finden Sie in der Broschüre Studienfinanzierung.   

Studienkosten

  1. Studierendenwerksbeitrag und Verwaltungskostenbeitrag
    Der Studierendenwerksbeitrag liegt derzeit bei 77,70€ pro Semester, der Verwaltungskostenbeitrag bei 60€ und der Studierendenschaftsbeitrag bei 5,99€ (Stand WS 2018/19).
     
  2. Studiengebühren
    Derzeit werden in Baden-Württemberg für Studierende aus Deutschland und EU-Staaten und Bildungsinländer im Erststudium keine Studiengebühren erhoben. Studierende mit Staatsbürgerschaft außerhalb der EU, die keine Bildungsinländer sind, müssen in Baden-Württemberg Studiengebühren in Höhe von 1500€ pro Semester bezahlen. Für ein Zweitstudium sind unabhängig der Staatsbürgerschaft Studiengebühren von 700€ pro Semester zu bezahlen. Weitere Hinweise auch zur Gebührenbefreiung finden Sie auf den Webseiten des International Students Office.
     
  3. Lebenshaltungskosten
    Die durchschnittlichen Ausgaben eines Studierenden in Karlsruhe liegen inklusive Gebühren und je nach persönlicher Situation etwa zwischen 750€ und 850€ pro Monat. Hier eingerechnet sind Miete, Lebensmittel, Kleidung, Krankenverscícherung, Telefon / Internet, Lernmittel und Transportmittel von Wohnung zur Uni.
     

Studienfinanzierung

  1. Unterhalt der Eltern
    Eltern sind unterhaltspflichtig gegenüber ihren Kindern, bis diese eine Erstausbildung absolviert haben. Die Höhe des monatlichen Unterhalts richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle.
     
  2. Kindergeld
    Für Zeiten der Erstausbildung ihrer Kinder bekommen Eltern vom Staat Kindergeld, längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.
     
  3. BAföG
    Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) wird halb als Zuschuss, halb als zinsloses Darlehen gewährt.
    Gefördert werden deutsche, unter Umständen auch ausländische Studierende aller Studiengänge an staatlichen und privaten Hochschulen, die bei der Antragstellung noch nicht 30 Jahre alt sind. Wer ein konsekutives Masterstudium aufnehmen möchte, darf bei der Antragstellung das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Förderung orientiert sich an den Einkommensverhältnissen des Antragstellers und seiner Eltern.
    BAföG wird für eine Regelstudienzeit gewährt (Bachelor und konsekutiver Master). Fachwechsel sind nur bis allerspätestens drittes Semester relativ unproblematisch. Auf alle Fälle sollte der/die zuständige Sachbearbeiter*in kontaktiert werden, sobald man sich wirklich sicher ist, zu wechseln. Die bisherigen Studienzeiten werden auf die Förderungshöchstdauer im neuen Studiengang angerechnet. Dies gilt jedoch nicht bei einem ersten Fachwechsel bis zum zweiten Semester. In diesem Fall wird BAföG nochmals für die gesamte Regelstudienzeit des neuen Studienfachs gewährt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Auslands-BAföG zu beantragen. Bestimmte Studierende können mit elternunabhängigem BAföG gefördert werden.
    Die Rückzahlung erfolgt einkommensabhängig in Raten fünf Jahre nach Beendigung der Förderung, wobei diejenigen, welche ihre Schulden auf einmal begleichen, mit einem teilweisen Schuldenerlass belohnt werden können.
     
  4. Darlehen, Kredite, Bildungsfonds
    An dieser Stelle sollen keine konkreten Angebote genannt sondern Tipps gegeben werden, worauf man bei Krediten besonders achten muss.
    1. Vor einem Bankberatungsgespräch sollte der individuelle Finanzbedarf ermittelt werden (Haushaltplan), denn der/die Bankberater*in neigt dazu, einen höheren Bedarf zu ermitteln als unbedingt nötig.
    2. Die Angebote sollten genau verglichen werden (siehe Finanztest, CHE-Vergleich).
    3. Die Kreditkonditionen müssen genau beachtet werden:
      • Gibt es Verschuldungsgrenzen?
      • Gibt es feste Zinsen, mit denen sich die Verschuldung kalkulieren lässt?
      • Ermöglicht der Kredit Flexibilität (Weiterlaufen bei Auslandsstudium oder Praktikum)
      • Gibt es feste Auszahlbeträge, bei denen die Zinsen gestundet werden?
      • Müssen zusätzlich eine Restschuld- oder gar eine Lebensversicherung abgeschlossen werden, die monatliche Mehrkosten verursachen?
    4. In ein Bankberatungsgespräch sollte man stets gut vorbereitet gehen.
    Kredite schließen Lücken und sind zur Vollfinanzierung eines Studiums nicht geeignet.
     
  5. Stipendien
    Die dreizehn großen staatlichen und bundesweit agierenden Förderwerke sind:
    • Studienstiftung des deutschen Volkes
    • Cusanuswerk-Bischöfliche Studienförderung
    • Evangelisches Studierendenwerk e.V. Villigst
    • Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
    • Hans-Böckler-Stiftung
    • Friedrich-Ebert-Stiftung
    • Konrad-Adenauer-Stiftung
    • Hanns-Seidel-Stiftung
    • Heinrich-Böll-Stiftung
    • Rosa-Luxemburg-Stiftung
    • Friedrich-Naumann-Stiftung
    • Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Studienförderwerk Klaus Murmann
    Die Auswahl erfolgt nach Leistung und sozialem Engagement. Der/die Bewerber*in sollte zur Stiftung passen. Die Förderung erfolgt sowohl materiell als auch ideell (Workshops, Seminare, teils verpflichtend). Eine Bewerbung sollte spätestens drei, besser vier Semester vor Studienende im grundständigen Studiengang stattfinden.
    Es gibt viele private Stiftungen, welche beim Bundesverband Deutscher Stiftungen erfasst sind und nach denen im Internet recherchiert werden kann. 
    Informationen zum neuen Deutschlandstipendium finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
    Leistungsstipendien werden bis zu 300€ monatlich nicht auf das BAföG angerechnet. Die gleichzeitige Förderung durch BAföG und Stipendium ist möglich.
    Das Aufstiegsstipendium für Berufserfahrene ist eine Förderung des Bundes und richtet sich an Fachkräfte mit einer beruflichen Ausbildung und mindestens zwei Jahren Berufspraxis. Die Bewerbung ist schon vor Beginn eines Studiums und bis zum Ende des zweiten Studiensemesters möglich. Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Stipendium monatlich 853€ plus 80€ Büchergeld (Stand 2019). Zusätzlich wird eine Betreuungspauschale von 150€ für jedes Kind unter 14 Jahren gewährt (Stand 2019). Die Förderung erfolgt als Pauschale und damit einkommensunabhängig.
     
  6. Preise am KIT
    Besonders gute wissenschaftliche Abschlussarbeiten wie Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen können am KIT durch spezielle Preise gefördert werden. Nähere Informationen erhalten Sie auf den Seiten des KIT-Career-Service.
     
  7. Jobben und Praktika
    Wer während des Studiums jobbt, sollte beachten, dass dies unter Umständen Auswirkungen auf andere Förderungen wie etwa BAföG oder Kindergeld hat. Ab einem Jahresnettoeinkommen von mehr als 9168€ (Stand 2019) können die genannten Leistungen entfallen.
    Wer mehr als 450€ monatlich verdient, fällt unter die Sozialversicherungspflicht. Dies gilt auch für Praktika, die nicht verpflichtend von der Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs vorgesehen sind.
    Nebenjobs verbessern zwar die finanzielle Lage, bergen aber das Problem der Zeitnot in sich. Eine Berufstätigkeit von mehr als 20 Stunden wöchentlich ist mit einem Vollzeitstudium, wie es baden-württembergische Hochschulen in der Regel anbieten, nicht vereinbar.
    Eine typische Beschäftigungsmöglichkeit für Studierende ist die der studentischen Hilfskraft (HiWi-Job).
    Angebote für HiWi-Jobs am KIT erhalten Sie im JobPortal des KIT-Career-Service.
     
  8. Sozialleistungen des Staates
    In seltenen Fällen können Studierende Sozialleistungen wie Wohngeld oder Arbeitslosengeld II in Anspruch nehmen. Dies kann dann der Fall sein, wenn weder ein BAföG-Anspruch besteht, noch Unterhalt seitens der Eltern geleistet wird. Anträge werden dabei fallweise beschieden.
     
  9. Studierende mit Kind
    Studierende Eltern können mit einigen Unterstützungen rechnen. Für Kinder bis 14 Jahren kann innerhalb des BAföG der BAföG-Kinderzuschuss beantragt (140€ pro Kind, Stand 2019) werden. Die ersten 12-14 Monate nach der Geburt eines Kindes kann Elterngeld bezogen werden, im Anschluss daran Landeserziehungsgeld. Hinzu kommen günstige Kinderbetreuungsmöglichkeiten durch Einrichtungen etwa des Studierendenwerkes.
     
  10. Spartipps/Vergünstigungen
    Als Studierender hat man einige finanzielle Vorteile.
    Diese betreffen z.B. günstiges Mensa-Essen, Vergünstigungen in Museen, Theatern, Kinos, Freizeiteinrichtungen und Schwimmbädern, beim Friseur, im Copy-Shop oder bei Zeitungsabos. Studierende können zudem ein kostenloses Girokonto eröffnen, mit dem Telefonsozialtarif billiger telefonieren, fahren günstig mit dem Semesterticket im Öffentlichen Nahverkehr und können mit dem Internationalen Studierendenausweis günstig verreisen. Wer seinen Erstwohnsitz in Karlsruhe anmeldet, bekommt unter anderem das Semesterticket einmal gratis

Informationen zum Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium fördert begabte und leistungsstarke Studierende des KIT mit 300€ pro Monat für die Dauer von einem Jahr. Das Stipendium wird einkommens- und elternunabhängig ausbezahlt und nicht auf das BAföG angerechnet. Finanziert werden die Stipendien zur einen Hälfte von privaten Förderern (Unternehmen, Privatpersonen, Stiftungen und Vereinen) und zur anderen Hälfte vom Bund.

Weitere Informationen gibt es beim KIT-Career-Service.